Themenforum 13

Mobilität
Neue Mobilität – Wie vernetzen wir die Metropolregion Ruhr?
Die Mobilität der Zukunft für eine der großen Metropolen Europas entwickeln: Eine Mammutaufgabe, die nur gelingen kann, wenn Politik, Experten und Öffentlichkeit an einem Strang ziehen und sich miteinander austauschen. Denn nur so können lebensnahe und leistungsfähige Verkehrsangebote für über 5 Millionen Menschen auf 4.400 Quadratkilometern entstehen. Das war auch die Grundlage für die Arbeit des Themenforums „Neue Mobilität“.

Gestartet ist das Themenforum mit einer Auftaktveranstaltung am 21. Januar 2019 auf Zeche Zollverein in Essen, zu der die beiden Moderatoren NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Deutsche Bahn-Vorstand Ronald Pofalla eingeladen hatten. Mehr als 110 Mobilitätsexperten aus den unterschiedlichsten Bereichen und Studierende der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule Ruhr West tauschten sich über die Herausforderungen der Mobilität aus und diskutierten mögliche Projektansätze. Bei einem Workshop am 25. März 2019 auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen wurde es dann konkreter: Sechs Teams entwickelten gemeinsam mit Themenverantwortlichen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung Projektideen für eine bessere Mobilität in der Metropole Ruhr. Entstanden sind 14 Projektideen, die anschließend in einem Online-Dialog von den Bürgerinnen und Bürgern kommentiert wurden.

VM / Simon Bierwald | Minister Hendrik Wüst begrüßt am 21. Januar 2019 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum Themenforum.
VM / Simon Bierwald | Die zahlreichen Ideen sind am Ende in insgesamt sechs Projektvorschlägen aufgegangen.
VM / Simon Bierwald | DB-Vorstand Ronald Pofalla ist Co-Moderator des Themenforums „Neue Mobilität“.
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Sechs Projekte reif für die Einreichung

Am Ende des Prozesses sind insgesamt sechs Projektvorschläge „aus der Region für die Region“ mit einem Bündel an Maßnahmen eingereicht worden. Bei der Projektpräsentation am 8. Juli 2019 in Herne waren Verkehrsminister Hendrik Wüst und DB-Vorstand Ronald Pofalla mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. Beide dankten den Themenverantwortlichen, Workshop-Teilnehmern und Bürgerinnen und Bürgern für ihre Mitarbeit und ihr Engagement.

Das Ruhrgebiet bietet beste Voraussetzungen für innovative, vernetzte Mobilität. In der Ruhr-Konferenz arbeiten wir mit Kommunen und Experten an bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten.
Minister Hendrik Wüst

Im Gespräch mit ARD-Moderatorin Anja Bröker stellten die zuständigen Experten die Eckpunkte der Projektvorschläge vor:

  1. Den Anfang machte das Projekt Mobilitätszentrale für ein verbessertes Verkehrs- und Baustellenmanagement. Prof. Dr.-Ing. Justin Geistefeldt von der Ruhr-Universität Bochum hob die Bedeutung der Rückgewinnung der Datenhoheit hervor, für die eine engere und kontinuierliche Zusammenarbeit der einzelnen Kommunen in der Region erforderlich sei. Dem pflichtete Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, bei, der das Projekt aus Sicht der Wirtschaft beleuchtete. Als ein Beispiel für gelungene Kooperation nannte Dr. Dietzfelbinger die „stadtverträgliche LKW-Navigation“. Bei diesem europaweit einmaligen Projekt stellen die Kommunen ihre Daten für eine optimierte LKW-Routenführung in der gesamten Region zur Verfügung.
     
  2. Die ÖPNV-Initiative wurde von José Louis Castrillo, Vorstand Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), und Joachim Künzel, Geschäftsführer Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), präsentiert. Kern des Projektes ist die Stärkung des Nah- und Regionalverkehrs. Zum Maßnahmenpaket gehören neben der Erneuerung der kommunalen Schienennetze („Kommunale Schiene“) die Einführung eines Schnellbussystems. Dieses soll Kommunen ohne Schienenanschluss an das RRX-Netz anbinden. Das ÖPNV-Angebot soll außerdem um On-Demand-Verkehre ergänzt werden.
     
  3. Die Maßnahmen im Rahmen des Projektes Vernetzte Mobilität stellten Dr. Dirk Günnewig, Abteilungsleiter Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung im Ministerium für Verkehr NRW, Ulrich Jäger, Vorsitzender der Landesgruppe NRW im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, und Jan-Wolf Baake, Leiter Erlösmanagement und Grundsätze bei der DB Regio AG, vor. Dr. Günnewig verdeutlichte die zwei Ebenen des Projekts: Zum einen gehe es darum, z.B. mit Mobilstationen physische Verknüpfungspunkte herzustellen. Zum anderen gelte es, die Mobilitätsangebote auch digital zu verknüpfen. Jan-Wolf Baake verwies in diesem Zusammenhang auf die NRW-weite App, die derzeit entwickelt wird. Zum ersten Mal werden dann alle Verbundtickets im NRW-Tarif abgebildet und buchbar sein. 
     
  4. Karin Paulsmeyer, Abteilungsleiterin im Ministerium für Verkehr NRW, und Ingo Brauckmann, CEO Logistik bei ThyssenKrupp Steel Europe, präsentierten das Maßnahmenpaket Mobilität für den Industriestandort. Ziel ist es, im Zusammenspiel von Infrastrukturausbau und Digitalisierung Engpässe zu beseitigen und mehr Kapazitäten auf der Schiene, Straße und Wasserstraße im Ruhrgebiet zu schaffen. Zu den vorgestellten Maßnahmen gehören die Stärkung des kombinierten Güterverkehrs, die Beschleunigung und Vereinfachung von Planungs- und Bauverfahren sowie die Erhöhung der Akzeptanz von Verkehrsprojekten.
     
  5. Verbesserte Nahmobilität, erweiterte Sharing-Angebote sowie intelligente Citylogistik-Konzepte sind Teil des Projektvorschlags Mobil in der Stadt. Als Experten erläuterten Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG NRW), und Prof. Dr. Oscar Reutter, Co-Leiter des Forschungsbereichs Mobilität und Verkehrspolitik des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, die wesentlichen Eckpunkte. Lennertz betonte, dass insbesondere die Wohnungswirtschaft bei der Verbesserung der Mobilität und der Lebensqualität in Wohnquartieren eine herausragende Rolle spiele. „Wenn Mobilität bei Wohnquartieren von Anfang an mitgedacht wird, sind wirklich innovative Konzepte möglich“, so der Experte. Schwieriger gestalte sich die Entwicklung bestehender Quartiere. Laut Prof. Reutter sei hier das Mobilitätsmanagement ein wichtiger Baustein.
     
  6. Eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung der Projekte sei, das Kirchturmdenken bei der Mobilitätsplanung zu überwinden und die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen auf einer übergeordneten Ebene zu ermöglichen, machte Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des RVR, bei der Vorstellung des Projektes Mobilitätsregion deutlich. Als Beispiele nannte sie ein regionales Parkraummanagement und eine regionale Radwegenetzplanung. Auch im ÖPNV können städteübergreifende Planungen zu höherer Kundenzufriedenheit führen, betonte Dr. Heinz-Josef Pohlmann, Leiter Betrieb und Marketing bei DSW21. Er empfahl deshalb eine genauere Betrachtung eines regionalen ÖPNV-Grundnetzes sowie die Ausweitung des integralen Taktfahrplans.  
VM / Mark Keppler | Übergabe der Projektvorschläge an den Koordinator der Ruhr-Konferenz, Minister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner.
VM / Simon Bierwald | DB-Vorstand Ronald Pofalla ist Co-Moderator des Themenforums „Neue Mobilität“.
VM / Mark Keppler | Die Projektvorstellung – die letzte Veranstaltung des Themenforums „Neue Mobilität“ – fand am 8. Juli 2019 in der Akademie Mont-Cenis in Herne statt.
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Im Anschluss an die Präsentationen übergaben Hendrik Wüst und Ronald Pofalla die sechs Projektvorschläge an Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Koordinator der Ruhr-Konferenz und Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eine ausführlichere Beschreibung der Projektvorschläge des Themenforums "Neue Mobilität" finden Sie unter: www.vm.nrw.de/ruhrkonferenz/.

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Bildergalerie

Minister Hendrik Wüst begrüßt am 21. Januar 2019 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum Themenforum.
Im Rahmen eines Workshops wurden am 25. März 2019 zentrale Handlungsfelder identifiziert und konkrete Projektideen diskutiert
Im Rahmen eines Workshops wurden am 25. März 2019 zentrale Handlungsfelder identifiziert und konkrete Projektideen diskutiert.
Die Projektvorstellung – die letzte Veranstaltung des Themenforums „Neue Mobilität“ – fand am 8. Juli 2019 in der Akademie Mont-Cenis in Herne statt.
Die zahlreichen Ideen sind am Ende in insgesamt sechs Projektvorschlägen aufgegangen.
Übergabe der Projektvorschläge an den Koordinator der Ruhr-Konferenz, Minister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner.